6. Tag: Liebe


Die Liebe zu Gott und die Liebe zu unseren Nächsten sind das erste und das größte Gebot für uns Christen. Wer Gott liebt, liebt auch seine Mitmenschen und ist somit ein glaubwürdiger Zeuge des Evangeliums. Diese Liebe zu leben, ist nicht immer ganz einfach, aber im „Kleinen Weg“ der Heiligen Theresia ist vieles möglich, vor allem die Gottes- und die Nächstenliebe. Louis und Zélie Martin waren liebende Menschen: in der Liebe zu Gott, zueinander, zu ihren Kindern und zu ihren Mitmenschen. Die Liebe ist für sie die Richtschnur in der Gestaltung ihres Lebens gewesen. Sie sind für uns heute zwei Sterne am Himmel, zu denen wir aufschauen und an ihrem Leben ablesen können, was es heißt, aus der Liebe zu leben. In ihren Briefen schrieben sie sich gegenseitig und an ihre Kinder von dieser wunderbaren Liebe. Dies waren keine leeren Worte, sondern sie haben diese Liebe in die Tat umgesetzt.

So schreibt Zélie an ihren über alles geliebten Mann Louis am 31. August 1873: „Es wird mir sehr lang, bis ich wieder bei dir bin, mein lieber Louis. Ich liebe dich aus ganzem Herzen und fühle, wie sich meine Liebe verdoppelt durch die Entbehrung deiner Gegenwart; es wäre mir unmöglich, fern von dir zu leben (…). Ich umarme dich, wie ich dich liebe.“ Immer wieder schreibt sie an ihre Kinder und Verwandten von liebevollen Umarmungen und „drücke dich zärtlich an mein Herz.“ Beeindruckend sind die Zeilen an ihre Tochter Pauline: „Adieu, meine liebe Pauline, umarme die Tante an meiner Stelle und sage ihr, dass ich sie sehr lieb habe, so wie alle, die ich nach Gott am liebsten habe.“

Paulus schreibt an die Korinther:

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.
1 Kor 13,4-8a

Augenblick der Stille - Litanei

Bitten
Jesus Christus, Louis und Zélie Martin waren glaubwürdige Zeugen in der Gottes- und Nächstenliebe. Auf ihre Fürsprache bitte ich dich:

Höre, Herr, meine Bitten und lass mich die liebende Nähe deiner Gegenwart spüren und hilf mir, heute und alle Tage meines Lebens. Amen.

Vater unser …

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir, du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, der in uns die Liebe entzünde.
Heilige Maria, …

Gott, du hast den seligen Louis und Zélie Martin die Gnade geschenkt, sich als Eheleute und Eltern zu heiligen. Hilf uns auf ihre Fürsprache dich zu lieben und dir in Treue zu dienen, denn die Heiligkeit ihres Lebens kann jedem von uns ein Vorbild sein. Darum bitten wir durch Jesus Christus.