Rezension
Beten – ein Fremdwort? Beten – aber wie? Beten – zu wem?
Dechant Klaus Leist hat mit seinem Gebetsbüchlein zur Heiligen Theresia von Lisieux und ihren seligen Eltern eine sehr einfühlsame Antwort auf diese Fragen gegeben.
Die aus der Normandie stammende Karmeliterin Theresia (1873-1897) und ihre Eltern als Fürsprecher, Wegbegleiter und Brücke zu Gott zu verehren, prägen sehr die theologische und spirituelle Weltanschauung des Autors. Alle selbst verfassten Gebete sind mit viel Herzblut formuliert und ein Spiegelbild der inneren Verbundenheit und Liebe des Autors zu dieser Familie Martin.
Wer das Büchlein in Händen hält, findet, egal wonach er sucht, eine Antwort im Gebet und durch das Beten einen Zugang zu Theresia und ihren Eltern und somit zu Gott. Durch die heilige Theresia will der Autor die Beter zu Gott hinführen, damit sie ihn für ihr Leben finden.
Die wichtigsten Stationen der theresianischen Spiritualität sind auf ansprechenden Seiten zusammen gefasst:
· die Liebe als Theresias Berufung, ihre Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen
· ihr Wirken als Missionarin über ihren Tod hinaus
· ihr kleiner Weg, verbunden mit dem Weg des Vertrauens und
· ihr Beistand, den sie als „Rosenregen“ versteht.
Der Titel „Therese, meine Schwester“ macht diese Heilige familiär, vertrauenswürdig, liebenswert und unersetzbar. Man wird eingeladen, diese „Schwester“ näher kennen und lieben zu lernen.
Seit der Seligsprechung der Eltern Louis und Zélie Martin am 19. Oktober 2008 sind sowohl Herr als auch Frau Martin verehrungswürdig. Dechant Klaus Leist hat dies in gelungener Weise am Ende seines Büchleins berücksichtigt. Mir persönlich gefällt dabei besonders die Litanei zu diesem vorbildhaften Ehepaar.
Die Aufmachung des Büchleins ist sehr ansprechend, in einem handlichen, überschaubaren Format und in dezentem Farbton.
Vielfältig und treffend ist die Auswahl der Bilder – sowohl in bunt als auch in schwarz-weiß. Diese visuellen Impressionen lockern die Texte auf, untermalen und bereichern sie und motivieren zum Beten und zur Meditation.
Bei allem Angebot theresianischer Literatur ein beachtenswertes Werk!
Es wäre wünschenswert, dass die Erstauflage von 5.000 Exemplaren eine schnelle Verbreitung findet.
Ilona Engel